Vor der Wiedereröffnung im April 2026 macht die Kebbel Villa mit einer ortsspezifischen Videoinstallation auf den laufenden Erneuerungsprozess aufmerksam: In einem der straßenseitigen Fenster im 1. Obergeschoss ist der „Cleaner“ (2021/25) von Jochen Wagner zu sehen.
Mit dem „Cleaner“ reagiert Jochen Wagner auf die aktuelle barrierefreie Umgestaltung der Kebbel Villa. Die ortsspezifische Videoinstallation zeigt den Künstler dabei, wie er eines der Fenster im ersten Stock des Gründerzeitbaus mit einer Malerrolle überstreicht und anschließend die Fensterscheiben wieder von der zuvor aufgetragenen Farbschicht befreit. Diese Handlung wiederholt sich in einer scheinbar endlosen Abfolge und wird so zum Sinnbild fortlaufender Arbeiten, die den Zugang zu Kunst und Kultur im Fronberger Ausstellungshaus künftig erleichtern und Barrieren abbauen sollen.
Erst bei Dunkelheit wird die Projektion eingeschaltet. An ausgewählten Tagen ist der Künstler zwischen 17 und 22 Uhr in Rückenansicht zu sehen und kann dabei beobachtet werden, wie er in immer gleicher Bewegung die Fenster der Galerie streicht und wieder reinigt. Wagners Arbeit reflektiert so die Erneuerung des Fronberger Gründerzeitbaus und tritt in einen Dialog mit dessen Architektur und Geschichte.
Jochen Wagner (*1983 Böblingen, lebt und arbeitet in Stuttgart) studierte von 2012–2017 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und schloss sein Studium 2022 dort als Meisterschüler im Weißenhof-Programm ab. 2017 gewann er den Kunst-am-Bau-Wettbewerb für das Centre for Advanced Materials der Universität Heidelberg. Er stellte u. a. in der Villa Merkel Esslingen, der Gallery Giotta Seoul und im World Conference Center Bonn aus.