Agnes Lammert (*1984 in Dresden) ist Bildhauerin und Zeichnerin. Sie arbeitet mit Skulptur, Installation und Zeichnung und untersucht Formen, die Schutz bieten oder Leben beherbergen können: Höhlen, Nester, Organe, Eingänge – Räume zwischen Innen und Außen. Sie arbeitet mit vielfältigen Materialien: Sie modelliert aus Naturfasern, Keramik, Wachs und Draht und gießt in Beton, Bronze und Kunststoff. Ihre Skulpturen verhandeln Grenzziehungen, Verletzbarkeit und Intimität, oft ausgehend von tierischen Bauformen wie Hornissennestern oder den Gemeinschaftsnestern von Webervögeln, die zeigen, wie gemeinsame Strukturen aus vielen einzelnen Handlungen entstehen. In installativen Arbeiten entwickelt sie Räume, die Prozesse der Inversion und Faltung, Zustände von Innen und Außen sowie Resonanz und Desorientierung thematisieren. Ausgehend vom Gleichgewichtsorgan des Innenohrs untersucht sie zudem biologische und soziale Dimensionen des Körpers; begehbare Rauminstallationen machen Desorientierung und Resonanz leiblich spürbar und fragen danach, wie aus vielen einzelnen Teilen ein gemeinsamer Körper oder Ort entstehen kann.
Lammert lebt und arbeitet in Leipzig, ihre Arbeiten wurden international ausgestellt. Zur Zeit sind sie in der Ausstellung [ materialistin ] Care of Matter. Matter of Care im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Berlin zu sehen.
Sie studierte Malerei/Grafik bei Neo Rauch und Heribert C. Ottersbach an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig sowie an der Universitat de Barcelona und schloss 2017 ihr Meisterschülerinnenstudium Plastik/Bildhauerei bei Bruno Raetsch an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle ab. Seit 2018 lehrt sie regelmäßig an der HGB Leipzig und der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, wo sie 2023–2025 künstlerische Mitarbeiterin in der Klasse für bildhauerische und performative Praxis war. Seit 2024 ist sie Mitglied im Sachverständigenforum Kunst im öffentlichen Raum der Stadt Leipzig. Als Gründungsmitglied der Bildhauerinnengruppe [ materialistin ] – Skulptur, Handlung, Raum – entwickelt sie seit 2019 kollektive, solidarische Formen künstlerischer Zusammenarbeit.
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(Foto © Kay Zimmermann)