HNTRLND – Von Idyllen und ihren Widersprüchen

29.11.26 – 28.02.27
Erik Niedling,
Erik Niedling, "Weiße Katze", 2020
, archivalischer Inkjet-Druck (c) der Künstler

Mit Anna Baranowski, Cana Bilir-Meier, Chana Boekle, Jonas Fahrenberger, Jonas Höschl, Sebastian Jung, Leon Kahane, Jens Klein, Jody Korbach, Laura Leppert, Kalas Liebfried, Eric Meier, Henrike Naumann, Erik Niedling, Fabian Reetz, Jonas Maria Ried und Silvia Troian

Eröffnung am Sonntag, 29. November 2026 um 11:00 Uhr

Die Gruppenausstellung HNTRLND untersucht das „Hinterland“ als vielschichtiges gesellschaftliches, politisches und kulturelles Konstrukt. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass ländliche und periphere Räume häufig als Gegenbilder zu urbanen Zentren imaginiert werden – als Orte von Stabilität, Überschaubarkeit und vermeintlicher Ursprünglichkeit, zugleich aber auch als Räume struktureller Benachteiligung, gesellschaftlicher Abkopplung oder politischer Radikalisierung.

Die Ausstellung setzt sich kritisch mit diesen Zuschreibungen auseinander und fragt nach den realen Bedingungen ebenso wie nach den ideologischen Überformungen solcher Räume. Dabei versteht sie das „Hinterland“ nicht ausschließlich geografisch, sondern auch als metaphorischen Raum: als Bezeichnung für das vermeintlich Abgelegene, Übersehene oder außerhalb gesellschaftlicher Aufmerksamkeit Liegende. Historische Narrative werden dabei ebenso einbezogen wie aktuelle politische Entwicklungen und mediale Repräsentationen.

Eine besondere Rolle spielt die Vorstellung von Landschaft und Natur. Ländliche Räume werden häufig mit Bildern von Weite, Ruhe und einer erholsamen Nähe zur Natur verbunden. Zugleich sind Landschaften keine unberührten Gegenwelten zur Stadt, sondern historisch geprägte, bewirtschaftete und infrastrukturell erschlossene Räume, in denen sich wirtschaftliche, ökologische und gesellschaftliche Entwicklungen einschreiben. Natur erscheint damit gleichermaßen als Lebensgrundlage, Ressource und Rückzugsraum wie als Projektionsfläche für Vorstellungen von Heimat, Tradition und Zugehörigkeit.

HNTRLND vermeidet dabei eine einfache Gegenüberstellung von Stadt und Land. Gesellschaftliche Konflikte, politische Polarisierung und extremistische Tendenzen lassen sich ebenso wenig ausschließlich im ländlichen Raum verorten wie Offenheit, Vielfalt und gesellschaftlicher Wandel allein in urbanen Zentren. Vielmehr fragt die Ausstellung nach den gegenseitigen Abhängigkeiten, Austauschbewegungen und Projektionen zwischen Zentrum und Peripherie.

Künstlerische Positionen aus unterschiedlichen Kontexten greifen diese Fragen auf und untersuchen, wie sich Strukturwandel, Migration, Digitalisierung und Erinnerung in konkreten Orten, Landschaften und Bildern niederschlagen. Lokale Erfahrungen treffen dabei auf historische Entwicklungen und globale Dynamiken.

Der Ausstellungstitel verweist auf die Persistenz bestimmter Bilder und Erzählungen vom „Hinterland“, die sich gegenüber veränderten Realitäten als erstaunlich widerständig erweisen und unsere Wahrnehmung von Orten bis heute prägen.

Initiiert von Jonas Höschl, kuratiert von Jonas Höschl, Leonie Rösler und Marlene Sichelschmidt.

Die Ausstellung wird durch den BBK Bayern im Rahmen des Programms Verbindungslinien aus Geldern des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst unterstützt.

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